Manuel P. Nappo erläutert eine Welt, deren Spielregeln sich verändert haben. In seiner Rolle als Leiter der NZZ Academy und unabhängiger Verwaltungsrat verknüpft er Themen, die sonst getrennt diskutiert werden: Geopolitik, Technologie und die daraus resultierenden Entscheidungen.
Seine Sichtweise ist pragmatisch. Die Welt ist nicht instabiler geworden – vielmehr funktionieren die bisherigen Stabilitätsregeln nicht mehr. Wer dies erkennt, sieht hinter aktuellen Nachrichten ein Muster und hinter diesem Muster eine bewusste Entscheidung. Genau dorthin führt Manuel P. Nappo sein Publikum: weg vom oberflächlichen Lärm hin zur Frage, welche Auswirkungen dieser Wandel für die Schweiz und das eigene Unternehmen hat.
Manuel P. Nappo betrachtet diese neue Welt aus zwei Perspektiven. Vierzehn Jahre lang war er Wegbereiter des digitalen Wandels in der Schweiz, als Gründer des Institute for Digital Business und Pionier der ersten akademischen Digitalprogramme Europas. Heute analysiert er die geopolitischen Kräfte, die Technologie vorantreiben und zugleich begrenzen. Als in Zürich geborener und in Italien aufgewachsener Experte bringt er eine externe Sichtweise ein, die die Verwundbarkeit der Schweiz klarer aufzeigt, als es von innen oft möglich ist.
Manuel P. Nappo Vortragsthemen
- Midterms 2026: Erwartungen aus Washington und deren Auswirkungen auf uns.
Im November finden die US-Wahlen statt, deren Ergebnis Europa betreffen wird – die Frage ist nur, wie stark. Manuel P. Nappo erläutert, was zu erwarten ist: mögliche Ausgänge der Midterms, die wahrscheinlichsten Szenarien und deren Bedeutung für Zölle, Handelspolitik, Europas Sicherheitsgarantien und den Druck auf den Franken. Sein Fazit: Washington wird kein verlässlicher Partner mehr sein, sondern eine Variable, auf die man sich vorbereiten muss, noch bevor das Ergebnis feststeht. Nappo zeigt auf, warum die USA künftig nicht mehr einer unipolaren Logik folgen, sondern pragmatisch und interessengeleitet agieren – und warum dies Europa zum Handeln zwingt. Das Publikum erhält drei konkrete Entscheidungen, die heute getroffen werden können: zu Standort, Lieferkette und Absicherung. Wer auf das Ergebnis wartet, reagiert zu spät.
- Naher Osten, nähere Folgen: Die Bedeutung des Krieges für Europa und die Schweiz.
Ein Krieg, der mehrere Meere entfernt stattfindet – doch die Auswirkungen treffen die Schweiz. Nappo zeigt die drei Kanäle auf, über die ein entfernter Konflikt ankommt: Energie, Lieferketten und Kapital. Die Schließung der Straße von Hormuz ist keine abstrakte Frage, sondern hat direkte Folgen für Energiepreise und die industrielle Wettbewerbsfähigkeit Europas. Gleichzeitig ist die Region eine Stellvertreterarena, in der sich die globalen Allianzen zwischen Norden und Süden dauerhaft verändern. Am Ende steht die schwierige Schweizer Frage: Welche Bedeutung hat Neutralität noch, wenn Energie, Technologie und Kapital längst nicht mehr neutral sind? Distanz schützt nicht mehr, sie verzögert nur.
- Sechs Meerengen, durch die Ihr Alltag fließt.
Ihr Tag begann an sechs Engstellen, die Sie vermutlich nie gesehen haben. Nappo nimmt ein Produkt – sei es ein Telefon, eine Tankfüllung oder ein Einkauf – und verfolgt dessen Weg rückwärts: durch Hormuz, Malakka, Suez, Bab al-Mandab, den Bosporus und Panama. Die Reise vom Rohstoff zum Endkunden ist 2026 unsicherer als 2020, und der Grund ist keine Naturgewalt, sondern Kontrolle: Wer diese Engstellen beherrscht, kontrolliert die Weltwirtschaft. Das ist die neue Geopolitik der Infrastruktur – Häfen, Kanäle, Kabel. Für Unternehmen bedeutet das den Wandel von „Just-in-Time“ zu „Just-in-Case“. Eine Weltkarte besitzt sechs Schlösser, deren Schlüssel nicht bei uns liegen.
- AI, Modelle, Chips, Seltene Erden, Lieferketten: Die neue Machtgeografie.
Was wie ein Wettlauf um künstliche Intelligenz erscheint, ist in Wirklichkeit ein Kampf um Rohstoffe und Produktion. Nappo nutzt seine vierzehnjährige Erfahrung an der Spitze des digitalen Wandels als Perspektive und führt das Publikum entlang der Wertschöpfungskette – von seltenen Erden über Chips bis zu Modellen – und zeigt bei jedem Abschnitt, wer die Kontrolle hat und wo Engpässe bestehen. Chips sind die neuen Ölquellen: Wer Rechenleistung besitzt, gewinnt Souveränität. Er benennt auch die Illusion, auf der Europa sitzt – Technologie-Souveränität ohne eigene Rohstoffstrategie bei anhaltender Abhängigkeit von China. Die KI-Frage ist keine reine Softwarefrage, sondern eine Frage der Geografie.
- Vom Krisenmodus zum Systemwechsel – Die globale Neuordnung von Macht und Einfluss.
Wir befinden uns nicht in einer Krise, sondern in einem Systemwechsel. Nappo ordnet die Gegenwart in einen langen historischen Bogen ein – von der bipolaren Welt über den kurzen unipolaren Moment zurück zu dem, was über den Großteil der Geschichte die Norm war: konkurrierende Mächte. Die Nachkriegsordnung zerfällt nicht, sie wird ersetzt, und mit ihr gelten neue Regeln – Sicherheit vor Effizienz, Standort vor Kosten, Anpassung vor Planung. Daraus ergibt sich die zentrale Frage für Schweizer Entscheider: Wie entwickelt sich das Modell der kleinen, neutralen Handelsnation im Zeitalter der Machtblöcke – und wie bleibt man dennoch handlungsfähig? Wer an alten Regeln festhält, verliert nach Regeln, die nicht mehr gelten.
Wer ist Manuel P. Nappo
Seit August 2024 baut Manuel P. Nappo die NZZ Academy auf und leitet sie – das Executive-Programm der Neuen Zürcher Zeitung, das jährlich über hundert Verwaltungsräte und C-Level-Entscheider durch die geopolitischen, technologischen und wirtschaftlichen Veränderungen unserer Zeit führt. Es ist die praktische Umsetzung seiner Bühnenthemen: vom Systemwechsel der globalen Ordnung über die neue Machtgeografie bis zur Frage, wer in einer Welt knapper Souveränität handlungsfähig bleibt.
Diese Themen betrachtet Manuel P. Nappo nicht nur als Beobachter, sondern aus der Praxis heraus. Als unabhängiger Verwaltungsrat begleitet er mehrere Unternehmen. 2024 absolvierte er am INSEAD in Fontainebleau das International Directors Programme, um den modernen Anforderungen an Governance gerecht zu werden.
Seine Glaubwürdigkeit in Technologiefragen basiert auf Erfahrung, nicht auf Behauptungen. Von 2010 bis 2024 gründete und leitete er an der HWZ Zürich das Institute for Digital Business und entwickelte es zu einem Bildungszentrum, das über zweitausend Führungskräfte ausbildete. 2011 lancierte er den ersten akademischen Studiengang Europas zu Social Media Management und entwickelte in den Folgejahren den MAS Digital Business, den Executive MBA Digital Leadership sowie 2024 den MAS in AI Leadership. Vierzehn Jahre an der Spitze des digitalen Wandels ermöglichen ihm heute, die geopolitischen Kräfte hinter Technologie – Chips, Modelle, Rohstoffe, Lieferketten – zu verstehen.
Sein Werdegang ist von Anfang an international geprägt. Geboren 1971 in Zürich, aufgewachsen in Ferrara, studierte er International Management an der Universität St. Gallen (HSG) mit einem Austauschsemester in Göteborg und einem Praktikum in den USA. Er ist Alumnus der Singularity University im Silicon Valley und des INSEAD und spricht Deutsch, Italienisch, Englisch und Französisch. Vor seiner akademischen Laufbahn gründete er 2005 eine eigene Agentur mit Fokus auf Branded Entertainment und war 2016 Mitgründer des Digital Festival Zürich, das er von der Idee zu einem Event mit über dreitausend Teilnehmern entwickelte.
Für seinen Beitrag zur digitalen Bildung in der Schweiz wurde Manuel P. Nappo 2013 von der IAB Switzerland als „Digital Pioneer of the Year“ und 2014 von der Schweizer Marketing- und Kommunikationsbranche als „Thought Leader of the Year“ ausgezeichnet.
Als gefragter Keynote-Speaker, unter anderem beim Alpensymposium, sowie als Kommentator bei SRF, Handelszeitung und NZZ bringt er diese Perspektive auf die Bühne und in die öffentliche Diskussion.